Bestellungen im Ausland – Zollgebühren bei Import von Kleinsendungen

Bestellungen im Ausland – Zoll und Zollgebühren in Deutschland
Es gibt beim Erhalt einer bestellten Sendung aus dem Ausland zwei Möglichkeiten:

  1. Der Zoll lässt das Paket ungeöffnet und unbehelligt durch. Es passiert nichts, und das Päckchen kommt ohne Verzögerungen an der Bestelladresse an. Dies ist dann der Fall, wenn der Warenwert auf der Sendung angegeben ist und unter der Grenze für zollfreie Einfuhr von Kleinsendungen von 150,-EUR liegt.
  2. Man erhält einen Brief vom örtlichen Hauptzollamt; dann ist das Päckchen beim Zollamt hängen geblieben, weil z.B. der Wert für die zollfreie Einfuhr überschritten ist oder wenn der Zoll Markenpiraterie oder andere Zollvergehen vermutet. In diesem Fall muss das Paket persönlich abgeholt werden.
Zoll Paket-Kontrolle
Zoll Paket-Kontrolle

Ob das Paket beim Zoll untersucht wird ist zum Teil dem geschulten Auge der Zöllner zuzuschreiben aber manchmal auch reiner Zufall. Es hängt aber davon ab, welcher Warenwert und welche Versandkosten vom Versender auf dem Paket angegeben wurde bzw. ob eine Rechnung dabei ist. Der Brief enthält dann den Hinweis, dass das Paket am Hauptzollamt abzuholen ist und eine Rechnung der bestellten Ware vorgelegt werden muss. Dies kann entweder eine korrekte Rechnung sein, es reicht jedoch auch ein Ausdruck der Kaufbestätigung wenn alle Kosten angegeben sind. Bei falschen Rechnungen bzw. Faschangaben der Rechnungsbeträge z.B. bei augenscheinlich höherwertigen Gütern, spricht der Zoll mitunter erhebliche Strafen und Geldbußen aus. Die zu zahlenden Gebühren für Sendungen die aus Ländern außerhalb des Zollgebietes der Europäischen Gemeinschaft kommen, berechnen sich wie folgt:

Information: Mit Verordnung (EG) Nr. 274/2008 – veröffentlicht im ABl. (EU) Nr. L 85 vom 27. März 2008 – wurde unter anderem die Wertgrenze für die so genannten Kleinsendungen (Artikel 27 der Verordnung (EWG) Nr. 918/83 – ZollbefreiungsVO) von 22 EUR auf 150 EUR angehoben.

Zollgebühren bei Import von Kleinsendungen

  • bis zu einem Wert von 45,- EUR bei einer Sendung von Privat an Privat sind keine Zoll-Gebühren zu zahlen. Dies gilt nur bei nicht kommerziellen Sendungen, also z.B. bei einem Geschenk.
  • bis zu einem Wert von 150,- EUR sind bei bestellter Ware, Amazon Bestellungen, eBay Auktionen etc. keine Gebühren zu zahlen. Der Originaltext des Zolls lautet hier wie folgt: „Unabhängig von der Person des Versenders und des Empfängers sind alle Sendungen von Waren, deren Gesamtwert nicht höher ist als 22 Euro, einfuhrabgabefrei. (…) Maßgebend für die Feststellung der Wertgrenze von 22 Euro ist der Warenwert einschließlich der ausländischen Umsatzsteuer, Beförderungs- bzw. Portokosten bleiben bei der Bewertung außer Betracht“ 
  • sollte der Wert 150,- EUR übersteigen, so ist zum einen Mehrwertsteurer und zum anderen ein prozentualer Zollsatz auf den Wert der eingeführten Ware inklusive der Versandkosten zu bezahlen. Der Zollsatz variiert in Abhängigkeit der Warengruppe der eingeführten Waren. So sind beispielsweise auf Textilien 12%, auf Schuhe 8-17% und auf Schmuck 2,5% zu zahlen (die Angaben findet man auf der Webseite des Deutschen Zolls).

Zu bedenken ist, dass die Bemessungsgrundlage der Zollgebühren auch die Versandkosten enthält. Die Versandkosten machen mitunter einen Großteil des Gesamtwertes einer Sendung aus. Somit ist die Zollgebühr bei einem Warenwert von über 150,- EUR aus dem Nicht-EU-Ausland unbedingt vor Bestellung zu bedenken. Zoll und Steuern können sonst aus einem vermeintlichen Schnäppchen im Ausland schnell einen recht teuren Kauf werden lassen. In fast allen Fällen ist der Kauf in einem deutschen Fachgeschäft oder entsprechenden OnlineShop der günstigere und wesentlich einfachere Weg. Nur hier besteht das gewohnte Rückgaberecht und Gewährleistung nach dem deutschen Verbraucherschutzgesetz.

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